Akademische Lehrpraxis der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Psychosomatische Grundversorgung in unserer Hausarztpraxis


Psychische Beschwerden können jeden Menschen betreffen. Belastungen im Beruf oder in der Familie, anhaltende Sorgen, Ängste, Panikattacken, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Erschöpfung oder körperliche Beschwerden ohne klare organische Ursache können den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Gleichzeitig ist es oft schwierig, kurzfristig einen Termin bei einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder bei ambulanten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu erhalten. Deshalb bieten wir in unserer Hausarztpraxis die psychosomatische Grundversorgung als erste ärztliche Anlaufstelle bei akuten und chronischen psychischen sowie psychosomatischen Beschwerden an.

Was bedeutet psychosomatische Grundversorgung?

Die psychosomatische Grundversorgung verbindet hausärztliche Medizin mit einem strukturierten ärztlichen Gespräch. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie körperliche Beschwerden, seelische Belastungen, Lebensumstände und persönliche Bewältigungsstrategien zusammenhängen können.

Dabei geht es nicht darum, eine fachärztliche psychiatrische Behandlung oder eine Richtlinienpsychotherapie zu ersetzen. Vielmehr bietet die psychosomatische Grundversorgung eine frühzeitige, niedrigschwellige und medizinisch fundierte Unterstützung - insbesondere dann, wenn noch kein Facharzt- oder Psychotherapieplatz verfügbar ist oder zunächst geklärt werden soll, welche weitere Behandlung sinnvoll ist.

Wobei können wir helfen?

Wir bieten psychosomatische Gespräche unter anderem bei depressiver Verstimmung, Antriebslosigkeit und Erschöpfung, Ängsten, Angststörungen und Panikattacken, akuten Lebenskrisen und Überforderungssituationen, Schlafstörungen und innerer Unruhe, chronischem Stress, psychosomatischer Belastung sowie körperlichen Beschwerden an, bei denen seelische Faktoren eine Rolle spielen können.

Auch bei länger bestehenden psychischen Erkrankungen, zum Beispiel Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen, kann eine hausärztliche psychosomatische Begleitung sinnvoll sein - insbesondere zur Einordnung der Beschwerden, zur Stabilisierung und zur Koordination der weiteren Behandlung.

Körperliche Diagnostik gehört dazu

Psychische Beschwerden können körperliche Ursachen oder Mitursachen haben. Deshalb gehört zu unserer hausärztlichen Abklärung - je nach Beschwerdebild - auch eine gezielte körperliche Diagnostik.

Dazu zählen zum Beispiel Anamnese, körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen, EKG oder weitere hausärztlich sinnvolle Untersuchungen. So können wir mögliche organische Ursachen erkennen oder ausschließen und die weitere Behandlung sicherer planen.

Akute Krisen und längerfristige Begleitung

Unsere psychosomatische Grundversorgung umfasst ärztliche Gesprächstermine von jeweils etwa 20 Minuten.

Bei akuten Krisen kann ein zeitnahes ärztliches Gespräch helfen, die Situation einzuordnen, erste Entlastung zu schaffen und die nächsten Schritte zu planen.

Bei chronischen oder wiederkehrenden Beschwerden können regelmäßige Gespräche helfen, Beschwerden besser zu verstehen, Warnzeichen früher zu erkennen, Bewältigungsstrategien zu stärken und die Weiterbehandlung zu koordinieren.

Wir begleiten Sie auf dem Weg zur passenden Weiterbehandlung

Wenn eine fachärztliche psychiatrische Behandlung, eine Psychotherapie oder eine psychosomatische Spezialbehandlung notwendig ist, unterstützen wir Sie bei der Einordnung und Überweisung.

Als Hausarztpraxis bleiben wir dabei häufig die koordinierende Stelle: Wir kennen Ihre körperliche Vorgeschichte, Ihre Medikamente und Ihre aktuelle Lebenssituation. Unser Ziel ist es, psychische Beschwerden ernst zu nehmen, körperliche Ursachen sorgfältig abzuklären und Ihnen frühzeitig eine verlässliche ärztliche Unterstützung anzubieten.

Für gesetzlich Versicherte

Die psychosomatische Grundversorgung ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie medizinisch angezeigt ist und von entsprechend qualifizierten Ärztinnen und Ärzten erbracht wird.

Wann sollten Sie sich melden?

Bitte vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie merken, dass seelische Belastungen, Ängste, depressive Symptome, Schlafstörungen, Stress oder unklare körperliche Beschwerden Ihren Alltag beeinträchtigen.

Bei akuter Selbstgefährdung, Suizidgedanken oder unmittelbarer Gefahr wenden Sie sich bitte sofort an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, den Rettungsdienst unter 112 oder die nächstgelegene psychiatrische Notaufnahme.

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  Adrian Lenhardt